Design Thinking

Design Thinking ermöglicht, kunden-, mitarbeiter- und stakeholderzentrierter zu agieren. Und genau das ist im Risikomanagement und Controlling von Bedeutung, um eine Kultur aufzubauen, in der sich Controller und Risikomanager noch mehr zum Businesspartner für die Stakeholder und die Geschäftsführung entwickeln. Ziel ist, die Resilienz des Unternehmens – auch in Krisenzeiten – zu stärken. Es unterstützt den Ansatz eines integrativen und nachhaltigen Risikomanagements.

Der Design Thinking-Prozess durchläuft den Problemraum und den Lösungsraum und besteht aus sechs Phasen.

  • 1. Verstehen

    Im ersten Schritt geht es darum, den potenziellen Kunden (aus Risiko- & Controlling-Sicht, z.B. Fachabteilungen und Geschäftsführung) und Endnutzer (z.B. Kunde), aber auch andere relevanten Stakeholder zu verstehen, d.h. deren Wünsche, Aufgaben und Probleme wirklich in der Tiefe zu erfassen.

  • 2. Beobachten

    Im „Beobachten“ werden diese Personen vor Ort oder hybrid in ihrem Kontext beobachtet und befragt. Das hilft, die getätigten Annahmen zu verifizieren sowie ein klares Bild und ein Verständnis vom Stakeholder zu erhalten.

  • 3. Standpunkt definieren

    Im dritten Schritt („Standpunkt definieren“) werden die gesammelten Erkenntnisse ausgewertet, verdichtet, interpretiert und oft in Form eines Satzes zusammengefasst. Diese ersten drei Schritte stellen den „Problemraum“ dar.

  • 4. Ideen finden

    Die folgenden Schritte stellen den „Lösungsraum“ dar. Der Lösungsraum beginnt mit der Phase „Ideen finden“. Diese dient dazu, möglichst viele Ideen zu finden und dann die interessantesten zu selektieren.

  • 5. Entwicklung eines Prototyps

    Im fünften Schritt wird von dieser Idee ein „Prototyp entwickelt“. Auch digitale Lösungen können mit einfachen Papier-Prototypen oder Mock-ups prototypisiert werden. Gerade bei IT-Anwendungen werden oft verschiedene Mock-ups erarbeitet, z.B. einen für die Bedienerführung und einen weiteren für die tatsächlichen Inhalte.

  • 6. Testen

    Der sechste Schritt ist das „Testen“. Hier geht es darum, den Prototyp mit dem Nutzer zu testen. Es geht beim Test darum, auf Basis des Problems die Lösung – ggf. in verschiedenen Interationen – auszutesten.

  • Reflexion

    Reflexionen sind grundsätzlich am Ende einer jeden Design Thinking-Phase sowie nach dem Roll Out nützlich. Ziel ist es, das Ergebnis für alle Beteiligten und Stakeholder sicherzustellen und Lessons Learned zu genieren, um eine optimierte Lösung zu erzielen.

Die konkreten Umsetzungsmöglichkeiten sind vielfältig. Beispielhafte Themenbereiche sind: 

  • Geschäfts- und Risikostrategie
  • Risk Assessment
  • Umsetzung neuer aufsichtsrechtlicher Regularien wie die 6. MaRisk Novelle
  • New Product Process
  • Auslagerungsmanagement auch mit Blick auf die neuen aufsichtsrechtlichen Anforderungen 
  • Projektcontrolling
  • Marketingcontrolling
  • Risikocontrolling

Der Erfolg von Finanzunternehmen wird gerade in unsicheren Zeiten wichtiger denn je – die Resilienz von Finanzunternehmen ist entscheidend. Zukünftig gewinnen weitere Faktoren wie Culture fit, Stakeholder-Betrachtung, Innovationen, Controlling und Risikomanagement  sowie Customer- und Employee-Centricity an Bedeutung – gerade in der heutigen agilen Welt. Das erfordert ein Umdenken und einen Perspektivenwechsel hin zu agilen Arbeitsmethoden, wie Design Thinking.

Mit Design Thinking gelingt es nicht nur die Kunden, Mitarbeiter und Stakeholder in den Mittelpunkt zu stellen und so wesentlich bedürfnisorientierter zu agieren, sondern auch ein Business Ökosystem aufzubauen, in dem Individualisierung und Kreativität zur Selbstverständlichkeit werden. Ein neues Terrain, z.B. in Form von neuen aufsichtsrechtlichen Anforderungen bereitet einigen Mitarbeitern Angst und genau diese blockiert das Denken. Mit Design Thinking gelingt es dem Controlling und Risikomanagement leicht, eine optimale Lern-, Innovations- und Risikokultur aufzubauen, die gerade auch die oft geforderten regulatorischen Anforderungen ganzheitlich umzusetzen. 

Sowohl Controlling und Risikomanagement, als auch im Besonderen die Geschäftsführung können maßgeblich von Design Thinking profitieren. Die Mehrwerte reichen von allumfassenderen quantitativen Controlling-Ansätzen bis hin zu einem integrierten und nachhaltigen Risikomanagement sowie einem Wertbeitrag zur Resilienz des Finanzunternehmens.